Gott zum Gruß
Eines der besten Wochenenden seit langen liegt hinter mir.
Mittelaltermarkt auf der Trimburg.
Urlaub zu nehmen war leider unmöglich, dafür gibt es zuviel Arbeit in der Firma, also bin ich erst am Samstagmorgen losgefahren. Freitag wurde bis tief in die Nacht nach verschollen Steintafeln gesucht, aber, Praios sei dank, wurden sie noch gefunden und sicher ins Reich der Tulamiden gebracht. Die ehemaligen Besitzer sind sicher sauer, wen jedoch interessieren ein paar Echsen?
Samstagmorgen ging es dann los. Aufstehen um 7 Uhr 20.
5-mal Umsteigen bis nach Elvershausen, von dort mit dem Auto auf die Trimburg. Und schon der erste Schock.
Strömender Regen, nichts war fertig aufgebaut und 3 Händler sind erst gar nicht aufgetaucht.
Die Show muss trotzdem weitergehen, bzw. anfangen! Zum Glück war ich bereits umgezogen, auch wenn es im Zug für verwunderte Blicke gesorgt hat.
Doch alle Bemühungen den Markt bereits am Samstag zum Erfolg zu führen scheiterten an strömendem Regen und Gewitter.
150 Besucher. Eine magere Bilanz. Die Kosten weit höher als die Einnahmen!
Na dass kann noch heiter werden, dachte ich mir.
Samstagabend dann Besäufnis in der Met-Schänke. Eine 18 Jährige benimmt sich völlig daneben und tanzt nahezu Nackt in der Schenke. 2 Lautenspieler trumpfen richtig auf, es wird gesungen. Bis tief in die Nacht steigt die Stimmung unaufhörlich. Wenn nur diese 18 Jährigen nicht nerven würde.
Dann kommt es zum Eklat. Wolfgang, ein Mitglied der Orga, beleidigt mich.
Damit meine Ehre nicht beschmutzt wird fordere ich ihn heraus mit vor die Schenke zu kommen.
Dann werden kurz die Regeln geklärt. Keine Schläge oder Tritte in den Unterleib oder das Gesicht. Der Kampf beginnt.
Wer wen wie oft trifft ist nicht mehr nachzuvollziehen, aber einer meiner Treffer hat folgen.
Ein gut gezielter Schlag trifft sein Holzkreuz an der Brust. Er keucht und weicht zurück, meine Hand fängt an fürchterlich zu bluten.
Die Haut auf der Hand ist aufgeplatzt. Blut läuft auf den Boden.
Nach kurzem Dialog (verbal) einigen wir uns auf Unentschieden. Ein Experte soll entscheiden, ob die Beleidigung die Ausgesprochen wurde berechtigt war. Sie ist so schrecklich dass ich sie nicht wiedergebe.
Nachdem die Hand versorgt ist geht es zurück in die Taverne. Bis der Morgen graut wird getrunken.
Nach kurzer aber sehr erholsamer Nacht wird ab 9 Uhr der nächste Tag vorbereitet. Die Stimmung unter den knapp 100 Händlern, Kriegern und Organisatoren ist erstaunlich gut. Das hat wohl mit dem strahlenden Sonnenschein zu tun und natürlich mit dem Gelage von gestern.
Den ganzen Tag habe ich viel zu tun, erst gegen Mittag komme ich mal dazu selbst über den Mark zu wandern. Es ist voll!
Überall läuft das Programm nach Plan, die Menschen sind begeistert.
2 Stunden nach Markschluss sind auch die letzten Zweifel verschwunden. Neuer Besucherrekord! Das war nach dem schlechten Samstag auch bitter nötig.
Noch schnell ein Bild für die Presse und dann die Rückfahrt. Komplett im Auto und ohne Stau. Gegen Mitternacht bin ich zuhause.
Praios sei dank!
PS: Der Experte hat mich für unschuldig erklärt. Wolfgang war tief betroffen, hat seine Aussage aber revidiert!